Im Rheinland-Pfalz-Pokal kommt mit dem EHC Neuwied ein großes Kaliber

Der TSV SCHOTT Mainz kann das Warten auf den Gegner im Playoff-Halbfinale mit einem großen Kaliber im Rheinland-Pfalz-Pokal überbrücken und sich gleichzeitig schon einmal auf die entscheidende Saisonphase um den Hessenmeistertitel einspielen. Am Sonntag (18.15 Uhr) gastiert kein Geringerer als der EHC Neuwied, derzeit der stärkste rheinland-pfälzische Vertreter in der Region, am Mainzer Bruchweg. Nach einem zweiten Platz in der Hauptrunde der Regionalliga West haben die Bären in der Oberliga-Aufstiegsrunde zuletzt mit einem 5:3 gegen den Regionalliga-Meister Herner EV ihre Stärke bewiesen – ein ganz harter Prüfstein für die heimischen Wölfe.

„Ich sehe die beiden Pokalspiele als Kür, Pflicht sind die Hessenliga-Playoffs“, sagt der Mainzer Bandenchef Holger Pöritzsch. „Unser Ziel muss es aber sein, die Bären zu ärgern und die Partie möglichst lange offenzuhalten. Mit Blick auf unser Saisonziel, den Aufstieg in die Regionalliga West, ist es eine gute Möglichkeit, uns unter Wettkampfbedingungen mit einem höherklassigen Gegner zu messen“, so Pöritzsch weiter. Eine stabile Defensive und eine möglichst niedrige individuelle Fehlerquote sind für den Trainer die Schlüssel, um dem erwarteten Angriffswirbel des großen Favoriten Einhalt zu gebieten. Offensiv gilt es, das Spiel einfach zu gestalten und, wann immer möglich, den direkten Abschluss zu suchen. „Die wenigen Chancen, die wir bekommen, müssen wir konsequent nutzen“, weiß Pöritzsch.

Personell sieht es ähnlich aus wie zuletzt gegen die EG Diez-Limburg, vor allem in der Verteidigung drohen einige Spieler auszufallen. Glück ist es daher auf der einen Seite, dass Bastian Hitzelberger nach seiner Spieldauerdisziplinarstrafe im Pokal spielberechtigt ist; Pech auf der anderen, denn im ersten Playoff-Halbfinale am 12. Februar ist er zum Zuschauen verdammt. Aus beruflichen Gründen kann Kapitän Stefan Eisenträger nicht mitwirken, der Einsatz von Patric Kaliszewski und Neuzugang René Czajka ist fraglich. Für den Rest des Kaders gilt es, den Respekt möglichst schnell abzulegen sowie läuferisch und kämpferisch an die Grenzen und darüber hinaus zu gehen, um dem Gegner aus der Deichstadt Paroli bieten zu können.

Nach geglückter Revanche bei EGDL Warten auf Halbfinalgegner

Revanche geglückt: Der TSV SCHOTT Mainz hat am zehnten und letzten Spieltag der Hessenliga-Hauptrunde mit 6:4 (4:1, 2:2, 0:1) bei der EG Diez-Limburg gewonnen. Nach einem beruhigenden 6:1-Polster im zweiten Drittel bekleckerten sich die Schützlinge des langjährigen EGDL-Trainers Holger Pöritzsch zwar nicht mit Ruhm, wirklich in Gefahr geriet der Sieg aber nicht. Nun warten die Mainzer gespannt auf ihren Gegner im Playoff-Halbfinale.

Mainz ging mit einem Handicap in der Verteidigung ins Spiel, denn in Dennis Sauer, Pavel Michalek, Philippe Heise und Gabriel Bianchi fehlten aus gesundheitlichen Gründen gleich vier Defender. Dafür besaß Pöritzsch im Sturm eine tiefe Bank, da Stephan Lohse und Bernhard Naulin vielversprechende Debüts gaben. Ausgerechnet Lohse war es, der nach fünfeinhalb Minuten mit einem trockenen Handgelenkschuss die Gästeführung besorgte (im Bild rechts beim Torjubel mit Thomas Heinecke). 13 Sekunden später legte Erol Posacki nach – 2:0. Es lief für die Wölfe, die die Führung durch die Slowaken Martin Sagula (13.) und Vaclav Cimburek (20.) sowie Daniel Novak (22.) und erneut Cimburek mit einem Klasse-Treffer ins kurze obere Eck (23.) ausbauten. Weil zwischenzeitlich nur Marco Herbel für die bis dato chancenlose EGDL traf (19.), zeichnete sich ein deutlicher Sieg für die Landeshauptstädter ab.

Anschließend leistete sich Mainz allerdings einige teils unnötige Strafzeiten. Negativer Höhepunkt war die umstrittene Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Bastian Hitzelberger, der seinen Gegenspieler Herbel bei einem Hüftcheck unglücklich mit dem Knie traf und dafür unter die Dusche musste; zwei Minuten hätten es in dieser Szene sicherlich auch getan (39.). Die Wölfe spielten ab der 34. Spielminute zehn Minuten lang fast ausschließlich in Unterzahl und schafften es nicht, Scharfschütze Herbel gänzlich aus dem Spiel zu nehmen. Der traf in doppelter Überzahl zwei weitere Male (36., 44.) und legte Martin Homolas 3:6 auf (40.). Pöritzschs Team hatte somit im letzten Drittel ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, überstand diese Phase jedoch schadlos und konnte sich dabei auf Schlussmann Marc Stromberg an alter Wirkungsstätte verlassen. Auf der Gegenseite wurden einige Gelegenheiten zur endgültigen Entscheidung verpasst. „Daran müssen wir arbeiten“, sagte Pöritzsch.

Der Trainer blickt nun gelassen auf die letzten Bewegungen in der Hessenliga-Tabelle, die Mainz seit geraumer Zeit als sicheren Zweiten ausweist. Theoretisch haben der derzeitige Dritte Diez-Limburg, der Vierte Eintracht Frankfurt und der Fünfte EV Wiesbaden Chancen auf den dritten Rang und das Halbfinale gegen Mainz. Praktisch wird es vermutlich auf das Nachbarschaftsduell gegen Wiesbaden hinauslaufen. Die Ice Tigers benötigen einen Pflichtsieg in Bad Nauheim und können wohl darauf bauen, dass Frankfurt gegen den haushohen Favoriten Kassel nicht punkten wird. Doch diese Konstellation bleibt bis zum 31. Januar Spekulation. „Auf dem Weg ins Finale werden wir nehmen, was kommt“, sieht Pöritzsch die Sache pragmatisch. Eines ist allerdings sicher: Bastian Hitzelberger wird im Halbfinalhinspiel gesperrt sein.

Dafür darf der Verteidiger in den Pokalspielen gegen den EHC Neuwied ran, der in der Oberliga-Aufstiegsrunde jüngst mit einem 5:3 gegen Herne für Furore gesorgt hat. Mainz befindet sich am Sonntag in eigener Halle (18.15 Uhr) in der krassen Außenseiterrolle. „Dennoch freuen wir uns darauf, uns auch mal mit einem höherklassigen Gegner messen zu können“, sagt Pöritzsch.

Mainz: Stromberg; Bergmann, Hitzelberger; Heinecke, Horcicka; Dalaker, Eisenträger, Novak; Sagula, Kaliszewski, Cimburek; Lohse, Posacki, Naulin; Schemenauer, Wilts, Reccius.

Tore: 0:1 (6.) Lohse (Heinecke, 5-4), 0:2 (6.) Posacki (Lohse, Naulin), 0:3 (13.) Sagula (Cimburek), 1:3 (19.) Herbel (Homola, 5-4), 1:4 (20.) Cimburek (Kaliszewski, Sagula), 1:5 (22.) Novak (Eisenträger), 1:6 (23.) Cimburek, 2:6 (36.) Herbel (Homola, 5-3), 3:6 (40.) Homola (Herbel, 5-4), 4:6 (44.) Herbel (Kaczenski, Fuhr, 5-3).

Strafminuten: Diez-Limburg 12 – Mainz 16 + 5 + Spieldauer (Hitzelberger).

20:0-Kantersieg gegen Bad Nauheim zeigt große Geschlossenheit

Mit einem nie gefährdeten 20:0 (9:0, 6:0, 5:0)-Kantersieg gegen überforderte Ice Devils Bad Nauheim hat der TSV SCHOTT Mainz eindrucksvoll den zweiten Tabellenplatz in der Eishockey-Hessenliga gesichert. Die Wölfe sprühten vor Spiellaune, boten den Zuschauern über 60 Minuten sehenswertes Eishockey; Trainer Holger Pöritzsch war hochzufrieden: „Mich hat vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung gefreut.“ Torhüter Lutz Teisler verdiente sich mit einer Top-Leistung den Shutout.

Als Beleg für die mannschaftliche Geschlossenheit reicht ein Blick in die Statistik, in der sich fast alle Spieler als Torschützen verewigten. „Jeder hatte gestern seinen Anteil an diesem hervorragenden Sieg. Zudem war bei 20 Toren kein einziger Alleingang dabei, alle Tore waren herausgespielt“, geizte Pöritzsch nicht mit Lob. Die Chemie im Team stimmt also – ein Umstand, welcher in der nun anbrechenden heißen Saisonphase ein Trumpf sein kann. „Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Einstellung noch einiges erreichen können“, sagte der Coach.

Den Gästen kann man nicht den Vorwurf machen, sich zu irgendeinem Zeitpunkt aufgegeben zu haben. Sie suchten bis zuletzt immer wieder die Gelegenheit zum Torerfolg, agierten dabei stets fair. Vielmehr zeigte sich Mainz trotz des Fehlens einiger Leistungsträger und ohne seine Neuzugänge in blendender Verfassung, ließ die Zügel nie schleifen und hätte beinahe schon zur ersten Drittelsirene zweistellig geführt. Während es im Angriff fluppte, wachte hinten ein souveräner, hochkonzentrierter Lutz Teisler über das eigene Tor. Er stellte seinen Shutout mit einigen starken Aktionen und einem spektakulären Fanghandsave knapp vier Minuten vor Schluss sicher. Für das abschließende Hauptrundenspiel in Diez-Limburg am Sonntag ist Mainz also auf allen Positionen gerüstet.

Mainz: Teisler; Hitzelberger (2 Tore/3 Assists), Bergmann; Bianchi (2/2), Horcicka (1/4); Dalaker (1/5), Eisenträger (1/3), Novak (2/3); Sagula (0/6), Kaliszewski (2/2), Cimburek (4/3); Wilts (1/2), Posacki (2/1), Reccius (2/2).

Strafminuten: Mainz 6 – Bad Nauheim 12.

Bei der EG Diez-Limburg will Mainz den siebten Saisonsieg einfahren

„Ehemaligentreffen“ in Diez-Limburg: Wenn der TSV SCHOTT Mainz am Sonntag (19.15 Uhr) sein letztes Hauptrundenspiel der Hessenliga bei der EGDL bestreitet, werden vier Wölfe an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehren. Die Mainzer können befreit aufspielen, haben sie doch am vergangenen Wochenende den zweiten Tabellenplatz unter Dach und Fach gebracht. Gleichwohl soll es die Revanche geben für die 4:5-Niederlage nach Penaltyschießen am ersten Spieltag.

„Für uns wird es dennoch ein Spiel wie jedes andere sein. Zusätzliche Brisanz werden wir nicht reinbringen“, sagt der Mainzer Übungsleiter Holger Pöritzsch. Er hat bis zur vergangenen Saison auf der anderen Seite hinter der Bande gestanden. Für den Trainer ist es ebenso die erste Rückkehr nach Limburg wie für die Spieler Marc Stromberg, Stephan Lohse und René Czajka, wobei Letzterer mit einer Handverletzung fraglich ist. „Wir werden uns ausschließlich auf Eishockey konzentrieren“, will Pöritzsch sein Team fokussieren. Nebengeräusche interessierten da nicht, auch wenn aus dem alten und vermutlich noch immer recht vertrauten Umfeld „die eine oder andere verbale Keule“ kam.

Auf Mainzer Seite dürfte es wieder die eine oder andere Umstellung geben. Das liegt an einigen Ausfällen (Pavel Michalek und Dennis Sauer definitiv, möglicherweise auch Czajka, Philippe Heise und Gabriel Bianchi), neuen personellen Möglichkeiten (Lohse und Bernhard Naulin) und nicht zuletzt an der Tatsache, dass Pöritzsch weiterhin Varianten ausprobieren möchte. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Teams im Play-off-Halbfinale erneut die Kellen kreuzen, nicht gering – alle Trümpfe werden somit vermutlich nicht ausgespielt.

Noch nicht klar ist, wer am Sonntagabend im Mainzer Gehäuse stehen wird. Beide Goalies haben ihre Argumente. Der bisherige Back-up Lutz Teisler (Szene rechts) überzeugte beim 20:0 gegen Bad Nauheim mit einem Shutout. Marc Stromberg kennt viele Limburger Stürmer und ist unter der Woche auf Kasseler Eis im Rhythmus geblieben, weil er berufsbedingt nicht in Mainz trainieren konnte. „Ich weiß, dass ich zwei Torhüter habe, auch die ich mich verlassen kann. Möglicherweise werde ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen, wen von beiden ich am Sonntag in die Kiste stelle“, sagt Pöritzsch. Wenn alle Akteure an die Leistung des vergangenen Wochenendes anknüpfen können, sollte dem siebten Saisonsieg nichts im Wege stehen.

Kurz vor Ende der Transferperiode rüstet Hessenligist seinen Kader auf

Kurz vor Ende der Transferperiode am Sonntag kann Eishockey-Hessenligist TSV SCHOTT Mainz dreifache Verstärkung für die entscheidende Phase der Saison vermelden. Bernhard Naulin konnte nach mehreren Jahren Pause reaktiviert werden, Stephan Lohse und René Czajka wechseln vom Ligakonkurrenten EG Diez-Limburg in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt.

Naulin spielte bis zu seinem vorläufigen Karriereende vor rund dreieinhalb Jahren beim ambitionierten EC Bad Nauheim. Dort kam der 36-jährige Stürmer meist in der Regionalliga zum Einsatz, hat aber auch Oberliga- und sogar Zweitliga-Erfahrung aufzuweisen. Den Überzeugungskünsten des Mainzer Leistungsträgers Michael Horcicka ist es wohl zu verdanken, dass Naulin, der in jüngeren Jahren bei einer amerikanischen Universitätsmannschaft reifte, die Wölfe im neuen Jahr verstärkt. Beide gehörten vor Jahren gemeinsam dem Oberliga-Kader der Roten Teufel an. Trotz seiner mehrjährigen Abstinenz habe er gleich in den ersten beiden Trainingseinheiten mit der neuen Mannschaft einen super Eindruck hinterlassen, sagt Wölfe-Trainer Holger Pöritzsch: „Aufgrund seines Könnens und seiner langjährigen Erfahrung wird er eine Verstärkung für das Team sein.“

René Czajka

Das glaubt Pöritzsch auch von seinen alten und neuen Schützlingen Stephan Lohse (Bild rechts) und René Czajka (Bild links). Beide sind Ur-Limburger, haben seit der Jugend für die EGDL gespielt und halten nun eine sportliche Veränderung für sinnvoll. „Ich kenne beide bestens und weiß, dass sie die Mannschaft zusätzlich verstärken und uns insbesondere in der Offensive noch flexibler machen werden“, sagt Pöritzsch über die Angreifer Lohse, 26, und Cjajka, 35. „Auch charakterlich passen beide absolut ins Team, das war für mich noch wichtiger.“

Aufgrund des Hauptrundenendspurts, des Pokaldoppeleinsatzes gegen den Südwest-Regionalligisten EHC Neuwied (29. Januar in Mainz, 5. Februar in Neuwied) und der dann folgenden Playoff-Runde um die Hessenliga-Meisterschaft gilt es, die Neuzugänge zügig zu integrieren. „Aber da habe ich keine Bedenken“, sagt der Trainer. Aus privaten Gründen wird Bernhard Naulin sein Debüt im Mainzer Dress erst am 22. Januar bei der EG Diez-Limburg geben. Ob Stephan Lohse und René Czajka bereits am Sonntag gegen die Ice Devils Bad Nauheim zum Einsatz kommen können, entscheidet sich kurzfristig.


Die SCHOTT AG